Seit Jahren ist der Begriff Ökostrom in aller Munde und erhält nun mit der Entscheidung der Bundesregierung zur langfristig geplanten Abschaffung von Atomenergie einen neuen Auftrieb. Unter dem Sammelbegriff Ökostrom ist dabei eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Energiegewinnung zu verstehen, deren größte Gemeinsamkeit darin besteht, dass dazu nur erneuerbare Ressourcen aus der Natur genutzt werden. Die bekanntesten Ressourcen sind dabei sicherlich die Windkraft, die Wasserkraft und die Solarkraft. Ebenso auf dem Vormarsch sind darüber hinaus aber auch Biogas und Windgas.
Überall in Deutschland stehen Anlagen, die aus all diesen unterschiedlichen Ressourcen Energie erzeugen. Diese wird dann zum Heizen, für die Stromgewinnung und für die Fahrzeugen genutzt. Das Problem: Viele Anbieter bieten auch Ökostrom an, aber nicht ausschließlich. Der grüne Strom wird den normalen Stromnetzen zugeführt und so ist für den Verbraucher oft gar nicht zu erkennen, ob es sich dabei wirklich um Ökostrom handelt. Eigene Netze gibt es nicht, Speichermöglichkeiten für die langfristige Lagerung dieser Energien fehlen ebenfalls. Die Entwicklungen laufen stetig.
Inzwischen gibt es Zertifikate, sogenannte RECS-Zertifikate, die zumindest als Nachweis für die tatsächlich verkaufte Menge an Ökostrom dienen, doch die sind teuer und deshalb nicht gern gesehen. Angela Merkel hat sich klar für die Hinwendung zum Ökostrom und weg von der Atomenergie ausgesprochen, dass wird spätestens seit dem Atomunfall im japanischen Fukushima unmissverständlich deutlich. Allerdings fehlt es noch immer an konkreten Plänen für eine flächendeckende Umsetzung dieses Vorhabens.
Ökostrom ist ein Mamutprojekt und dabei ausgesprochen Facettenreich. Einige Förderprogramme unterstützen die Konzerne und auch private Hausbesitzer dabei, ihr Eigentum beispielsweise mit Solaranlagen auf den Dächern auszustatten und so einen kleinen ökologischen Beitrag zu leisten. Doch die Töpfe sind leer und es wird noch viele Milliarden brauchen, ehe Deutschland den Sprung zu reiner Ökoenergie wirklich geschafft hat. Der Weg ist noch lang, doch es gibt eine Vielzahl von guten Ansätzen und jeder kann seinen Teil schon jetzt dazu beitragen, dass Deutsche Energie grün wird und das auch bleibt.