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Merkel: EEG-Reform hat höchste Priorität

© visdia - Fotolia.com

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Für die Bundeskanzlerin zählt eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu den wichtigsten Zielen in ihrer dritten Amtszeit. Vorrangiges Ziel ist eine Senkung der Kosten für die Energiewende. Am Samstagabend gelang der Arbeitsgruppe Energie der Durchbruch bei den energiepolitischen Verhandlungen. Einige Punkte bleiben dennoch strittig.

Die Ökostrom-Umlage verteuerte sich in den letzten Jahren sehr stark und führt zu hohen Strompreisen bei Privatkunden. Sie setzt auch den Firmen zu, die nicht von der EEG-Reform befreit sind. Die Kanzlerin sprach sich daher für eine Dämpfung der „Kostenexplosion“ aus. In ihrem wöchentlichen Video-Podcast betonte Merkel, dass eines der ersten großen Projekte der neuen Bundesregierung eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) werde.

Merkel bekräftigte außerdem, dass man Stromnetzausbau und Stromerzeugung aus regenerativen Energien besser aufeinander abstimmen werde. Die Kosten für den Umbau der Hochspannungsnetze werden alleine in den nächsten zehn Jahren mindestens 30 Milliarden betragen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Auftrag der Regierung erstellt wurde.

Die Arbeitsgruppe Energie, zu der auch der amtierende Umweltminister Peter Altmaier (CDU) gehört, konnte sich am Samstagabend auf ein Reformpaket einigen. Das Reformpaket soll in der Energiewirtschaft für mehr Planungssicherheit sorgen und einen verbindlichen Ausbaupfad für erneuerbare Energien aufstellen. Die Beteiligten aus Union und SPD erhoffen sich von dem Maßnahmenpaket eine bessere Kostenkontrolle.

So soll bis 2020 das Ausbauziel statt 10.000 nur noch 6500 Megawatt betragen und bis 2030 von 25.000 auf 15.000 Megawatt gesenkt werden. Die Einschnitte treffen nicht nur die Küstenregionen, sondern auch Standorte in den Binnenländern. Trotz der Kürzungen sollen nun vor allem Standorte und Lagen gefördert werden, die sich als gut erwiesen haben. Ferner möchte man den Biomasse-Ausbau verringern, um eine Ausdehnung des Maisanbaus zu verhindern. Gas-Fracking in tiefe Gesteinsschichten soll so lange nicht erfolgen, bis ein Einsatz ohne umweltgefährdende Stoffe in Deutschland möglich ist. Ausnahmen für Firmen, die bislang von der EEG-Reform ganz oder teilweise befreit sind, sollen einer strengeren Prüfung unterzogen werden.

Unklar ist in den Koalitionsverhandlungen dagegen immer noch, wie hoch der Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix ausfallen soll. So plädiert die CDU für einen Anteil von 50 bis 55 Prozent, die SPD wiederum möchte einen Anteil von 75 Prozent realisieren. Um Stromkunden zu entlasten, schlägt die SPD außerdem eine Senkung der Stromsteuer vor. Ein Vorschlag, der insbesondere bei der CDU auf Ablehnung trifft und die Verhandlungen momentan erschwert. Strittig ist auch noch, was mit den Subventionen für Gas- und Kohlekraftwerke geschehen soll, deren Rentabilität durch den Ausbau der erneuerbaren Energien gelitten hat.

Es lassen sich übrigens durch einen Stromanbieter Preisvergleich für 2014 bis zu 400€ im Jahre an Stromkosten einsparen!

Nach dem Energie-Volksentscheid in Berlin

In Berlin wurde über den Rückkauf der Netze und die Gründung eines Ökostrom-Werkes abgestimmt, im Volksentscheid stimmten 24,1 Prozent der Wahlberechtigten für einen Rückkauf. Am Ende fehlten ganze 21000 Stimmen, die zur benötigten 25%-Marke benötigt worden wären. Jedoch ist das Ergebnis noch nicht das „Ende der Fahnenstange“.

Der Volksentscheid des vergangenen Sonntags ist knapp zu Ungunsten einer kontrollierten Stromversorgung in Berlin ausgefallen. Nach dem vorläufigen Ergebnis fehlten am Sonntagabend insgesamt 21374 Stimmen, die sich für eine kontrollierte Stromversorgung ausgesprochen hätten.
Der Gesetzesentwurf des sogenannten Berliner Energietisches sah ein sozial ausgerichtetes Stadtwerk vor, welches das Stromnetz vom Energieunternehmen Vattenfall zurückkaufen sollte. Bereits im September wurde per Volksentscheid über einen Rückkauf in Hamburg abgestimmt, hier war der Rückkauf von Strom- und Gasnetze hingegen erfolgreich.

Schwarz-Roter Senat sprach sich für „Nein“ aus

Das Ergebnis des Volksentscheids bestärkte auch die Position des Senats, welcher vorab bereits zu einem klaren „Nein“ empfohlen hatte. Die Initiatoren des Volksentscheids hatten sich dafür eingesetzt, eine landeseigene Netzgesellschaft zu erreichen, welche sich für den Rückkauf des privatisierten Stromnetz ausgesprochen hat. Bisher ist das Netz in der Hand einer Tochter des Energie-Riesen Vattenfall.
Die Entscheidung gegen den Rückkauf dürfte vor allem dem SPD und CDU Senat zu gute kommen, welcher sich ebenfalls für die Gründung von eine Stadtwerk einsetzt. Klaus Wowereit, Bürgermeister der Stadt Berlin, verkündete, dass die Vorarbeiten zur Gründung des eigenen Stadtwerks von den Berlinern anerkannt werde. Senat und Bürger befinden sich auf einer „Wellenlänge“, was allen beteiligten nochmals „Rückenwind zur Umsetzung“, so Wowereit, bringen wird.

In Details noch Unstimmigkeiten

Die Vorstellungen von Initiative und der Regierung gehen bezüglich der Vorhaben weiterhin auseinander. Der Senat lehnte den vorgelegten Gesetzesentwurf vorerst ab, weil durch den bisherigen Gesetzesentwurf die Finanzkontrolle für das Parlament eingeschränkt würde. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat sich für ein Stadtwerk eingesetzt, dass ausschließlich erneuerbare Energien zur Verfügung stellt. Dieser Position konnte sich wiederum der Berliner Energietisch nicht anschließen, der das Vorhaben als unzureichend kritisierte.

Grünen sehen das Ergebnis des Volksentscheids als Erfolg

Die Grünen sehen in den 83 Prozent Zustimmung bei den Teilnehmern des Volksentscheids dennoch einen Erfolg, da mit insgesamt 599.565 Ja-Stimmen mehr Stimmen erzielt wurden, als die SPD bei der jüngsten Abgeordnetenwahl erzielen konnte. Stimmen aus der Wirtschaft vertreten die Meinung, dass die Berliner lediglich einer Rekommunalisierung des Stromnetzes trotzen wollten. Die Vereinigung der Unternehmensverbände forderte sogar Berlin dazu auf, seine Werbung für das Berliner Stromnetz zurückzunehmen. Für 2015 werden nun neue Bewerber für das Stromnetz gesucht, weil der Vertrag mit dem aktuellen Netzbetreiber Vattenfall ausläuft.

Die Initiatoren des Volksentscheides in Berlin wollen sich auch weiterhin für eine soziale Energiepolitik einsetzen.

Reform der Ökostrom-Umlage

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Bis jetzt haben die Verbraucher durch die Energiewende deutlich tiefer in die Taschen greifen müssen, weil der Strompreis ständig steigt. Geht es nach der Bundeskanzlerin Merkel, muss eine Reform des ­Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gleich nach der Bundestagswahl auf den Weg gebracht werden. Sollte dieses Vorhaben scheitern, müssen die Verbraucher mit einem weiteren Anstieg der Ökostrom-Umlage um 1,5 Cent pro Jahr rechnen. Ein Dreipersonenhaushalt muss zurzeit 5,28 Cent pro Kilowattstunde an Ökostrom-Umlage bezahlen. Das teilte der Geschäftsführer Kohler von der Deutsches Energie-Agentur (Dena) der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ in einem Interview mit.

Erst nach einem Netzaufbau sollen neuen Windräder genehmigt werden

Der Grund für diese Preiserhöhungen läge im Bau von neuen Solar- und Windkraftanlagen. Diese Strategie sei dafür verantwortlich, dass im Jahr rund 9.000 Megawatt an Ökostromleistung mehr hinzukommt, die durch die Umlage finanziert werden sollen. Aus diesem Grund fordert Kohler einen Stopp dieser planlosen und teuren Strategie. Ziel einer Reform sei es, diesen Zustand zu beenden. In Zukunft dürften dann nur Solaranlagen und Windräder installiert werden, wenn deren Betreiber auch die entsprechenden Stromabnehmer nachweisen kann. Gleichzeitig will man bei der Reform auch die Vorrangeinspeisung und die festen Vergütungssätze für den grünen Strom abschaffen. Die Ökostromerzeuger sollen demnach in Zukunft ihren Strom selbst auf den Markt bringen.

Eine Strompreisbremse war bisher zum Scheitern verurteilt

Alle Bemühungen, mit einer Strompreisbremse die Entwicklung aufzuhalten, sind bisher gescheitert. Während noch im Jahr 2008 die Abgaben bei 21,65 Cent die Kilowattstunde lagen, so müssen die Verbraucher heute 28,50 Cent jährlich für die Abgaben aufbringen. Das Beispiel wurde nach einem Dreipersonenhaushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 Kilowatt errechnet. Nur mit einer Gesetzesänderung kann diese für den Verbraucher kostenspielige Entwicklung aufgehalten werden. Immerhin macht die Umlage ein Fünftel bei der jährlichen Rechnung für einen Dreipersonenhaushalt aus.

Mit einer Gesetzesänderung will man erreichen, dass die Ökostrom-Umlage nicht weiter ansteigt. Sollte die Entwicklung nicht gestoppt werden, dann müssten die Verbraucher mit einem Ansteigen der Umlage um ein Drittel rechnen. Nur die Politik kann diese rasante Entwicklung verhindern und somit den Strompreis in dieser Hinsicht stabil halten, denn der ist ohnehin schon hoch genug und für die Verbraucher eine zu hohe Belastung.

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Umbruch in Deutschland: Ökostrom statt Kernenergie

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Am deutschen Strommarkt ist eine eindeutige Tendenz in der Richtung zu erkennen, als dass die Atomenergie immer häufiger und in zunehmendem Umfang vom Ökostrom verdrängt wird. Darüber hinaus gibt es schon seit einiger Zeit die erfreuliche Entwicklung, dass Ökostrom kaum noch teurer als konventioneller Strom ist.

Weltweit werden viele neue Atomkraftwerke geplant, nicht aber in Deutschland, denn stattdessen werden die Meiler hierzulande nach und nach abgeschaltet werden. Ein wesentlicher Grund dafür besteht auch darin, dass Atomstrom hierzulande bei vielen Unternehmen und vor allen Dingen Verbrauchern nicht mehr gerne gesehen ist. Dies ist in erster Linie auf die Atomkatastrophe von Fukushima zurückzuführen. So lag der Anteil der Atomenergie im Bereich des Strommix im vergangenen Jahr nur noch bei rund 16 Prozent, während es im Jahre 2010 über 20 Prozent waren. Während der Atomstrom immer mehr an Bedeutung verliert, entwickelt sich der Ökostrom genau in die gegenteilige Richtung. In den letzten zwei Jahren hat sich der Anteil des Ökostroms am Strommix nämlich von knapp 16 Prozent auf mittlerweile und 22 Prozent erhöht. Schaut man sich den Energieertrag an, so belegt der Ökostrom mittlerweile nach dem Braunkohlestrom den zweiten Platz.

Anteil des Ökostroms wird in den kommenden Jahren weiter steigen

Die Tendenz der letzten Jahre dürfte sich nach Meinung der meisten Experten auch in den kommenden Jahren weiter fortsetzen, sodass der Ökostrom weiter an Bedeutung gewinnen wird. Auch die Politik unterstützt diese Entwicklung und hat unter anderem zum Ziel, dass bis 2020 mindestens 80 Prozent des zu Verfügung stehenden Stroms aus regenerativen Energiequellen stammen sollen. Bisher sind es vor allen Dingen Wind- und Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse, aus denen der Ökostrom gewonnen wird. Dabei der Ökostrom erzeugen keine fossilen Energien verwendet werden, ist der Ökostrom sehr klimaschonend, da es CO2-Emissionen nur in geringem Ausmaß gibt. Der Spitzenreiter im Bereich der regenerativen Energien ist nach wie vor die Windkraft, die einen Anteil von knapp 7,5 Prozent am gesamten Ökostrom hat. Aber auch die Biomasse holt mit einem Anteil von inzwischen über 6,5 Prozent immer mehr auf. Mittlerweile sind es mehr als 70 Prozent aller Stromanbieter, die mindestens einen Ökostromtarif im Angebot haben. Auch deshalb ist mittlerweile zu erkennen, dass Ökostrom nur noch geringfügig teurer als konventioneller Strom ist.

Neue Preissteigerung bei der Ökostrom-Umlage

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Kaum haben die Verbraucher die erste Hiobsbotschaften verdaut, wonach die Stromkosten weiter in die Höhe steigen werden, schon setzt der nächste Preisschock an. Nun soll nämlich die Ökostrom-Umlage erneut angehoben werden und das um bis zu 50 Prozent allein im nächsten Jahr. Damit ist aber noch lange nicht das Ende in Sicht, denn auch 2014 kann die Umlage theoretisch noch einmal in die Höhe steigen. Übertragungsnetzbetreiber prognostizierten am Donnerstag eine Umlagenhöhe von 4,89 Cent bis zu 5,74 Cent für jede Kilowattstunde Strom.

Derzeit liegt die Ökostromumlage noch bei resoluten 3,59 Cent. Durch die EEG-Umlage könnten dabei die Kosten für die Einspeisevergütung des Ökostroms also weiter ansteigen und diese Mehrbelastung wird auf die Stromkunden umgelegt. Gleichzeitig wird die Förderung zur Errichtung neuer Solaranlagen für Hausbesitzer gestoppt, sobald ein Spitzenwert von aktuell 52 Gigawatt damit erreicht wurde. Für das Jahr 2017 könnte ein Ausbau Stand von knappem 55 Gigawatt im Bereich der Solarenergie erreicht werden. Dann gebe es in Deutschland laut Vermutungen der Übertragungsnetzbetreiber Ökostromanlagen die eine Leistung von ungefähr 111 Gigawatt erreichen können. Fraglich bleibt, ob bis dahin die Netze so weit ausgebaut und gefestigt sind, dass diese die großen Mengen erzeugten Ökostroms auch verkraften können und kein Kollaps droht.

Baustopp für Solaranlagen

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Der Fraktionsvorsitzende der FDP Rainer Brüderle fordert den sofortigen Neubaustopp hinsichtlich der Solaranlagen und spricht in diesem Bezug von „Öko-Snobismus in der Solarindustrie“. So sei kurzfristig ein Einfrieren der EEG-Umlage oder ein Moratorium für den Neubau von Solaranlagen zwar denkbar, mittelfristig müsse aber ein marktwirtschaftlich orientiertes Mengensystem das derzeitige Erneuerbare-Energien-Gesetz ersetzten. Die FDP ist nicht allein mit ihrer Forderung nach einer dringenden Überarbeitung des aktuellen Gesetzes, denn eine Reform fordert auch die CDU und die soll erster Linie dahin gehen, dass sich Bund und Länder besser einig werden über viele Punkte der Energiewende, denn noch ist dies nicht deutschlandweit einheitlich geregelt und gewisse Richtlinien könnten sonst „völlig aus dem Ruder laufen“, wie der Vorsitzende der CDU, Armin Laschet in einem Interview für die Osnabrücker Zeitung warnt.

Schon jetzt gibt es Subventionszulagen für die kommenden 20 Jahre und das in einer Gesamthöhe von rund 100 Milliarden Euro. Trotzdem gibt es noch immer keine einheitliche Koordinierung zwischen den einzelnen Bundesländern und das über die Parteigrenzen hinweg. „Wenn Bayern erklärt, energieautark werden zu wollen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sagen, aber wir haben den Wind an der See, den wir ins Land bringen wollen, aber dafür keine Leitungen da sind, dann passt das einfach nicht zusammen“, kritisiert Laschet.

Geld in Stromnetze investieren

Für Verbraucher eine echte Horror-Vorstellung, die langsam Realität wird. Erst vor wenigen Wochen hat die Bundesregierung eine Preissteigerung der Stromkosten in Höhe von 5,5 Prozent beschlossen. Schon seit Beschluss zum Ausstieg aus der Atomenergie hat die Bundesregierung unter Angela Merkel die Bürger darauf vorbereitet, dass die Energiewende nicht nur Vorteile mit sich bringt, sondern in erster Linie auch mit vielen Kosten verbunden sein wird und da wird von jedem Einzelnen verlangen, tiefer in die Tasche zu greifen. Wie tief das sein wird, das ahnte natürlich zu diesem Zeitpunkt noch keiner. Da jedes Bundesland andere Festsetzungen hat und das Erneuerbare-Energien-Gesetz noch immer nicht bundeseinheitlich geregelt ist betrifft auch die neueste Steigerung nicht alle Bürger gleichermaßen.

Trotzdem ist sich auch Umweltminister Peter Altmaier darüber im klaren, dass die Bürger entlastet werden müssen. Seine neueste Idee ist, Die Bürger deshalb an der Energiewende direkt teil haben zu lassen und ihnen Investitionen zu ermöglichen, die pro Jahr mit 5 Prozent verzinst werden sollen. Dabei soll der Mindesteinlagewert 500 Euro nicht unterschreiten. Diesen Vorschlag unterbreitete der Umweltminister bereits im September in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Auf diese Weise sollen sich die Finanzen der Verbraucher wieder regulieren können und ihnen auch die Vorteile der Umstellung auf erneuerbare Energien direkt vorgeführt werden.

Clever investiert in die Energiewende

Fraglich bleibt weiter, wie diese Investitionen zukünftig umgesetzt werden sollen und ob dies als Baustein wirklich reicht, um den Aus- und Umbau der Stromnetze trotzdem finanziert zu bekommen. Immerhin handelt es sich hierbei um Mehrkosten von vielen Milliarden Euro, die allein in den kommenden zehn Jahren investiert werden müssen. Da kommen auch die Fonds der Bundesregierung an ihre Grenzen. Da Unternehmen von der Umlage generell ausgeschlossen werden und keine hohen Zusatzkosten zu befürchten haben aufgrund der wirtschaftlichen Marktvorteile, müssen die Kosten so oder so auf den Schultern der Verbraucher und kleineren Unternehmen lasten, die von dieser Sonderregelung ausgeschlossen sind. Höchste Zeit um das Erneuerbare-Energien-Gesetz grundlegend zu ändern und die Belastung der Verbraucher so zu reduzieren.

Erste Gespräche darüber laufen, doch noch sind sich die Politiker nicht einig und schwanken zwischen dem Wohle des Bürgers und dem Wohle des Staates. An Konzepten zur Finanzierung mangelt es wahrlich nicht und der Investitionsvorschlag von Peter Altmaier ist nur eine Möglichkeit, wie die Energiewende auch zur lohnenswerten Kapitalanlage umfunktioniert werden kann. Eine weitere Möglichkeit ist sicherlich die Geldanlage in Aktien bzw. die Spekulation mit Aktien, denn gerade Unternehmen die direkt oder indirekt mit der Entwicklung neuer Energielösungen beschäftigt sind, erleben ein großes Umsatzplus.

Update: Eine aktuelle Berichterstattung zum Thema findet sich unter geldanlegen.net

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Behutsame Reform mit Blick auf die Quotenregelung

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Das Gesetz für die erneuerbaren Energien lässt sich nicht von heute auf morgen reformieren, es müsse vielmehr eine behutsame Art Umgang mit der Form gefunden werden. Dabei betonen Politiker der SPD: „Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) ist als Instrument für die Markteinführung der erneuerbaren Energien ein großer Erfolg, es ist in 60 Ländern kopiert worden.“ Es fehlt lediglich an einer besseren Synchronisation.

So dürfe es nicht sein, dass es Windkraftanlagen ausschließlich im Norden Deutschlands gibt und nicht im Süden, und dass der Strom dementsprechend ausgeglichener in die Netze eingespeist werden muss, um diese auch nicht ständig zu überlasten. Der Präsident vom Bundeskartellamt Andreas Mundt betont zudem: „Eine Quotenregelung hat den Charme, dass sie nur einen Rahmen setzt und die Marktakteure diesem Rahmen möglichst effizient ausfüllen können. „Wenn also die Vergütungen auf Jahre festgelegt würden, dann wäre es in Deutschland auch möglich, sich für die günstigsten Erzeugungsformen zu entscheiden und das sind aus heutiger Sicht vor allen Dingen die Windparks.

Schon jetzt liegt der Ökostromanteil bei 25 Prozent, und dieser soll in den nächsten Jahren stetig wachsen. Mundt betont: „Wenn der Staat anfängt, den Wettbewerb zurückzudrängen und selbst Märkte zu planen, wird es meist viel teurer als man eingangs dachte. Irgendwann müssen sie die erneuerbaren Energien mal in den Markt einführen.“ Es bleibt abzuwarten, wann die Reformen tatsächlich durchgesetzt werden und was das für die allgemeine Marktsituation bedeuten wird.

Es ist beschlossen: Die Strompreise steigen

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Nicht nur die Ökostromumlage hat die Preise für Strom in die Höhe getrieben und bittet Verbraucher verstärkt zur Kasse. Auch der Ausbau der Stromnetze verursacht Kosten in Milliardenhöhe und deswegen wurde jetzt eine erneute Strompreiserhöhungen beschlossen. So sollen die Verbraucher schon im Jahre 2013 mit bis zu 5,5 Prozent mehr für jede Kilowattstunde Strom bezahlen. Das macht für einen durchschnittlichen Privathaushalt in dem vier Personen leben einen jährlichen Mehraufwand von mindestens 40 Euro. Diese Zahlen gelten allerdings noch nicht für das ganze Bundesgebiet, denn die Strompreiserhöhungen sind nicht bundeseinheitlich geregelt.

Ein weiterer Grund für viele Verbraucherschützer und Politiker, auf die Barrikaden zu gehen und für eine dringende Reform des erneuerbare Energien Gesetzes zu stimmen. Es könne nicht sein, dass die großen Stromverbraucher in der Industrie aus wirtschaftlichen Gründen von Mehrkosten befreit sind, und die EEG Umlage nur auf kleinere Betriebe und Verbraucher abgewälzt wird, die die erhöhten Strompreise kaum noch tragen können. Es müssen die Subventionen gerechter verteilt werden und die Kosten so im Zaum gehalten werden. Vorerst lässt sich an dem neuen Beschluss zur Strompreiserhöhung allerdings wenig rütteln. Es gibt erste Bemühungen von Verbraucherzentralen und vom Wirtschaftsministerium, kostenlose Tipps und Infobroschüren zur Einsparung von Strom an die Haushalte zu verteilen. Dieses Bestreben kann natürlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein und ändert an dem eigentlichen Energiekostenproblem natürlich nichts.

2,6 Milliarden Euro Mehrausgaben für Ökostrom

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Die Netzbetreiber haben bis September bereits über 2,6 Milliarden Euro mehr für Ökostrom ausgegeben, als sie dafür von Verbrauchern durch die Umlage eingenommen haben. Das belegen Daten, die die Stromnetzbetreiber kürzlich vorgelegt haben, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom Montag berichtet. Damit wächst das Finanzierungsdefizit zum auslaufenden Jahr 2012 nach Schätzungen der Strombetreiber auf bis zu 4 Milliarden Euro.

Dieses Geld muss natürlich wieder hereinkommen und soll deshalb im nächsten Jahr als Umlage entsprechend aufgeschlagen werden. Das bedeutet im Umkehrschluss weitere Strompreiserhöhungen für die Verbraucher. Um wie viel die Umlage künftig steigen wird, das wollen die Netzbetreiber bereits in dieser Woche mitteilen. Experten rechnen mit einer Umlage von 5,3 Cent pro Kilowattstunde Strom, was einer Kostensteigerung von satten 50 Prozent gleich käme.

Aktuell müssen Verbraucher ungefähr 3,6 Cent pro Kilowattstunde Strom als Förderung für die erneuerbaren Energien ausgeben. Verbraucherschützer sind bereits alarmiert und die Regierung sucht fieberhaft nach Wegen, die Verbraucher zu entlasten und die neue Kostenexplosion im Zaum zu halten. Schuld für die Kosten sind der teure Ausbau neuer Anlagen zur Gewinnung von Ökostrom und der Ausbau der stark überlasteten Netze in vielen Regionen.