Bürgerwerke eG

Die Bür­ger­wer­ke eG ist ein Öko­strom-Anbie­ter mit Sitz in Hei­del­berg. Ihre Grün­dung fand im Dezem­ber 2013 statt. Bei den Bür­ger­wer­ken han­delt es sich um ein Gemein­schafts­pro­jekt von der­zeit knapp ein­hun­dert Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten in Bür­ger­hand, etwa 15.000 Bür­gern und einem Was­ser­kraft­werk.

Bei den Bür­ger­wer­ken wird die Ener­gie­wen­de von unten ange­strebt. Alle Ener­gie­ge­nos­sen­schaf­ten befin­den sich in pri­va­ter Bür­ger­hand. Damit machen die Bür­ger­wer­ke ihrem Namen alle Ehre, denn auch der Dach­ver­band gehört den Bür­gern. Es gibt kei­ne Teil­ha­ber aus Indus­trie und Wirt­schaft, kein ande­rer Ener­gie­ver­sor­ger ist an den Bür­ger­wer­ken betei­ligt.

Der Strom besteht zu 100 Pro­zent aus Öko­strom. Ziel der Bür­ger­wer­ke ist es, dass die Bür­ger ihre Ener­gie­ver­sor­gung selbst in die Hand neh­men. Noch wird der Strom nach dem Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Gesetz (EEG) ins Netz ein­ge­speist. Dadurch sind die Bür­ger­wer­ke an gesetz­li­che Bestim­mun­gen gebun­den. Das soll sich ändern, denn durch das Kon­zept der Selbst­ver­sor­gung sol­len wei­te­re Öko­kraft­wer­ke außer­halb des poli­ti­schen Ein­flus­ses gebaut und betrie­ben wer­den.

Die Bür­ger­wer­ke bie­ten neben dem soge­nann­ten Bür­ger­strom auch Bür­ger-Öko­gas an. Es besteht zu 100 Pro­zent aus Bio­gas, wel­ches in einem Öko­kraft­werk der Zucker­rü­ben­fa­brik Anklam in Deutsch­land gewon­nen wird. Bei der Ver­ar­bei­tung der Zucker­rü­ben fal­len jede Men­ge bio­lo­gi­sche Res­te an, mit wel­chen über das Jahr ver­teilt eine Bio­gas­an­la­ge betrie­ben wird, in der sie in Gas umge­wan­delt wer­den.

Von den Bür­ger­wer­ken bekommt man defi­ni­tiv wirk­li­chen Öko­strom. Grau­s­trom ein­kau­fen und ihm durch Kauf von Zer­ti­fi­ka­ten ein grü­nes Eti­kett anzu­hef­ten, kommt für die Bür­ger­wer­ke nicht infra­ge. Die Ver­trags­be­din­gun­gen sind abso­lut fair. Es gibt kei­ne Min­dest­ab­nah­me­men­ge und kei­ne Ver­brauchs­ober­gren­ze. Für Viel­ver­brau­cher, wie zu Bei­spiel Gewer­be, gibt es ab einem bestimm­ten Ver­brauch ver­güns­tig­te Son­der­kon­di­tio­nen. Die Ver­trags­lauf­zei­ten sind mehr als fair. Sowohl Öko­strom als auch Öko­gas kön­nen monat­lich gekün­digt wer­den.

Anders als die klas­si­schen Ener­gie­ver­sor­ger, stre­ben die Bür­ger­wer­ke kei­ne hohen Gewin­ne an. Bei der Kal­ku­la­ti­on des Strom­prei­ses schla­gen die Bür­ger­wer­ke kei­ne Gewinn­span­ne mit auf, son­dern nur gera­de so viel, dass die Selbst­kos­ten gedeckt und der Betrieb wei­ter­ge­führt wer­den kann.

Mit ihrem Geschäfts­mo­dell sind die Bür­ger­wer­ke sehr erfolg­reich und konn­ten sich mit der Zeit über zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen freu­en. Dass der Strom auch wirk­lich Öko­strom ist, zei­gen die Zer­ti­fi­ka­te des TÜV Nord und das Öko­strom­la­bel „Grü­ner Strom“ der Umwelt­ver­bän­de. 2016 wur­den die Bür­ger­wer­ke mit dem Deut­schen Solar­preis aus­ge­zeich­net. Im sel­ben Jahr erhiel­ten sie auch den Next Eco­no­my Award, 2017 den Deut­schen Enga­ge­ment­preis in der Kate­go­rie „Leben bewah­ren“.