Gerichte unterstützen Kampf gegen Brennnelementesteuer

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Die Strom­an­bie­ter weh­ren sich gegen die vom Bund auf­er­leg­te Atom­steu­er und das offen­bar erfolg­reich. Nach­dem das Finanz­ge­richt in Ham­burg sei­ne Zwei­fel an der Umset­zung die­ser Steu­er ange­mel­det hat, macht man sich nun auch am Finanz­ge­richt in Mün­chen Gedan­ken und gibt einer wei­te­ren Kla­ge gegen die Atom­steu­er stand. Damit sind zwei Strom­an­bie­ter aus dem Schnei­der die dage­gen geklagt hat­ten, für ihre Brenn­ele­men­te in den Atom­kraft­wer­ken Steu­ern zah­len zu müs­sen.

Es bleibt zu erwar­ten, dass sich die­sem Bei­spiel auch alle ande­ren, von der Steu­er betrof­fe­nen Ener­gie­ver­sor­ger zur Wehr set­zen wer­den. Ihrer Mei­nung nach feh­le näm­lich grund­sätz­lich die Grund­la­ge zur Erhe­bung die­ser Steu­er, da die Regie­rung sowie­so den Aus­stieg aus der Atom­ener­gie ver­kün­det hat­te. Bereits am ver­gan­ge­nen Mitt­woch hat­te das Finanz­ge­richt in Mün­chen den Steu­er­be­scheid des Atom­kraft­werks Grun­dem­min­gen für nich­tig erklärt. Dem­nach müs­sen dem Betrei­ber RWE nun die bereits gezahl­ten 74 Mil­lio­nen Euro wie­der zurück­ge­zahlt wer­den. Das teil­te der “Spie­gel” in sei­nem Bericht mit.

In Ham­burg war das Gericht in die­ser Ent­schei­dung noch schnel­ler und hat­te einen Monat zuvor dem Ener­gie­kon­zern beschei­nigt, dass der Steu­er­be­fehl nicht aus­ge­führt wer­den müs­sen. Bei­de Gerich­te zwei­feln dar­an, dass es über­haupt eine for­ma­le Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz von Sei­ten des Bun­des in die­ser Ent­schei­dung gibt. Atom­steu­er gilt nicht als Ver­brauchs­steu­er im eigent­li­chen Sin­ne und des­halb dür­fe der Bund streng­ge­nom­men auch nicht dar­über ent­schei­den. Wegen den Zwei­feln soll nun der Bun­des­fi­nanz­hof in höhe­rer Instanz ent­schei­den, wie es und ob es über­haupt in ganz Deutsch­land mit der Atom­steu­er wei­ter­geht.