Strafsteuern für den Elektroauto-Boom?

Die vom Staat bezahlte Prämie für Elektroautos scheint derzeit noch praktisch gar keine Wirkung zu entfalten. Die aktuellen Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen: Elektrofahrzeuge stehen derzeit noch wie Blei in den Regalen, nur wenige Autofahrer entscheiden sich dafür.

So konnte BMW von seinem vielfach beworbenen Elektroflitzer i3 innerhalb eines Monats gerade einmal 280 Stück absetzen. Beim Renault Zoe sehen die Zahlen ähnlich aus: Nicht einmal 260 Stück konnten zugelassen werden.

Deshalb könnte sich durchaus die Frage stellen, ob die derzeitige Form der Förderung der Elektroautos überhaupt Sinn macht oder ob der Staat nicht andere Lenkungsmaßnahmen ergreifen könnte! Neben einer Bonifizierung bzw. einer Zuzahlung des Staates könnte auch daran gedacht werden, den Kauf oder den Betrieb von Autos mit klassischem Verbrennungsmotor künstlich zu verteuern. Und damit die Wettbewerbsnachteile abzufedern, die die Technik von Elektroautos heute noch hat.

Sollen klassische Automobile höhe besteuert werden?

Der Focus berichtete vor kurzem von verschiedenen Rechen- und Denkmodellen, mit denen das Ziel des Umweltschutzes bzw. der geringeren CO2-Emissionen noch schneller erreicht werden soll. So sollte die Förderung der Elektroautos auf bis zu 5.000 Euro pro Fahrzeug aufgestockt werden. Allerdings aufkommensneutral für den Finanzminister, so dass im Gegenzug eine höhere Besteuerung für Benziner und Diesel geplant gewesen wäre. Focus Online bezeichnet diese Besteuerung als Strafsteuer!

Unsere Redaktion sieht allerdings keine Chance für die Umsetzung einer Strafsteuer für Benziner & Diesel aus ganz unterschiedlichen Gründen:

1) Die Bundesregierung steht auch ohne eine erneute Steuerdiskussion unter enormem Druck. Der ARD Deutschlandtrend meldete, dass die Zustimmung zur Bundeskanzlerin ein neues 5-Jahres-Tief erreicht haben würde.

2) Auch mit einer Strafsteuer wird es so schnell keinen Boom der Elektroautos geben. Die aktuell bereitgestellten Reichweiten von oftmals nicht einmal 100 Kilometern bedeuten: Bei einer Fahrt zwischen München und Norddeutschland müssten die Reisenden sechs oder sieben Mal nachladen. Selbst bei den neuen Schnellladesäulen sind mehr als 20 Minuten Wartezeit pro Ladevorgang erforderlich, was eine reine Wartezeit von mehr als 2 Stunden bedeutet.

3) Die Diskussion um das Elektroauto scheint unserer Meinung nach eine Gespenster-Diskussion zu sein. In Südamerika ist der Anteil der Fahrzeuge mit Biodiesel bzw. Treibstoff aus nachwachsenden Rohstoffen bereits sehr hoch. Nur kleine Umbauten an den Motoren ermöglichen dabei die bisherigen Vorteile des Verbrennungsmotors weiter zu nutzen! Zudem wird das Elektroauto den Beschäftigungsmotor Automobilindustrie abwürgen, da Elektromotoren erheblich preisgünstiger zu bauen sind und die Anzahl der notwendigen Personenstunden sehr weit sinken würde. Der BMW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende sprach dazu Klartext und sprach von lediglich 17 Teilen (!) aus denen ein Elektromotor bestehen würde.

Insgesamt sind wir deshalb davon überzeugt, dass zumindest bis zur Bundestagswahl 2017 keine entscheidenden Weichenstellungen für oder gegen die Elektroautos mehr getroffen werden. Im Moment sind und bleiben die Elektroautos sozusagen Liebhaber-Modelle.

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