Die Energiewende wird zum Problemfall

Zwar ist die Energiewende beschlossene Sache, doch längst nicht noch nicht alle Politiker darüber einig, wie und vor allem in welchem Tempo dabei vorangegangen wird. Während es dem Wirtschaftsminister Rösler gar nicht schnell genug gehen kann und er so schnell wie möglich große Mengen an Ökostrom produzieren möchte, versucht Umweltminister Altmeier das angestrebte Tempo zu [...]

© K. Dreid­ler — Fotolia.com

Zwar ist die Ener­gie­wen­de beschlos­se­ne Sache, doch längst nicht noch nicht alle Poli­ti­ker dar­über einig, wie und vor allem in wel­chem Tem­po dabei vor­an­ge­gan­gen wird. Wäh­rend es dem Wirt­schafts­mi­nis­ter Rös­ler gar nicht schnell genug gehen kann und er so schnell wie mög­lich gro­ße Men­gen an Öko­strom pro­du­zie­ren möch­te, ver­sucht Umwelt­mi­nis­ter Alt­mei­er das ange­streb­te Tem­po zu dros­seln. Immer­hin herrscht Einig­keit dar­über, dass das Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz drin­gend refor­miert wer­den muss. Zu die­sem Zweck fin­det aktu­ell eine Ener­gie­kon­fe­renz statt. Alt­mai­er ver­tritt eine kla­re Posi­ti­on und erklärt die­se gegen­über der „Finan­ci­al Times Deutsch­land“ wie folgt: “Wenn wir das jet­zi­ge Tem­po bei­be­hal­ten, hät­ten wir schon bald ein Strom­über­fluss, der abge­re­gelt wer­den müss­te. Damit wäre nie­man­dem gedient.”

Die­ses Pro­blem wel­ches der Umwelt­mi­nis­ter anspricht, ist in der Tat nicht von der Hand zu wei­sen, denn schon jetzt dro­hen stre­cken­wei­se Über­las­tun­gen der Strom­net­ze. Bevor die­se nicht ent­spre­chend aus­ge­baut sind oder es eine Mög­lich­keit gibt, den Öko­strom effi­zi­en­ter und lang­fris­ti­ger zu spei­chern und nicht direkt wie­der in die Net­ze ein­spei­sen zu müs­sen, mache das schnel­le Fort­schrei­ten und Aus­bau­en von neu­en Wind­kraft­an­la­gen und Solar­an­la­gen kei­nen Sinn, son­dern ver­grö­ße­re nur das Pro­blem. Rös­ler hält indes dage­gen, dass es vor allem dar­um gehen müs­se, das teu­re För­der­sys­tem für die erneu­er­ba­ren Ener­gi­en zu über­den­ken und die Strom­preis­er­hö­hun­gen nicht län­ger zulas­ten der Ver­brau­cher gehen zu las­sen.

Alles in allem wäre es wich­tig, das Pro­blem nicht auf die lan­ge Bank zu schie­ben, so grö­ßer gegen­über der „Zeit online“. Es gibt also vie­le Ide­en und auch kri­ti­sche Stim­men, wie der Ener­gie­wen­de auf die Sprün­ge gehol­fen wer­den soll­te und wel­che Ände­rung des Geset­zes drin­gend not­wen­dig sind. Es bleibt zu hof­fen, dass die Poli­ti­ker dies­be­züg­lich an einem Strang zie­hen wer­den und die Ver­brau­cher lang­fris­tig auch Ent­las­tun­gen bekom­men. Geplant ist jeden­falls die Ein­füh­rung des neu­en über­ar­bei­te­ten Geset­zes zu den erneu­er­ba­ren Ener­gi­en noch in der jet­zi­gen Legis­la­tur­pe­ri­ode.