Urteil gefällt: Atomstrom ist kein Ökostrom!

Kürzlich machte ein Werbeplakat die Runde, auf dem eine Windkraftanlage und eine Atomkraftwerk zu sehen waren und beide Stromquellen gleichgestellt wurden. Laut dem Landesgericht in Berlin ist diese Gegenüberstellung nicht rechtens, denn es muss in der Werbung klar erkennbar sein, dass grüne Energie eben nicht Atomenergie bedeutet und man sich unbedingt davon distanzieren will. Mit [...]

Kürz­lich mach­te ein Wer­be­pla­kat die Run­de, auf dem eine Wind­kraft­an­la­ge und eine Atom­kraft­werk zu sehen waren und bei­de Strom­quel­len gleich­ge­stellt wur­den. Laut dem Lan­des­ge­richt in Ber­lin ist die­se Gegen­über­stel­lung nicht rech­tens, denn es muss in der Wer­bung klar erkenn­bar sein, dass grü­ne Ener­gie eben nicht Atom­ener­gie bedeu­tet und man sich unbe­dingt davon distan­zie­ren will. Mit dem Urteil gegen die­se Pla­kat­wer­bung bestä­tigt das Land­ge­richt einen Eil­an­trag gegen eine ähn­li­che Wer­bung eines Her­stel­lers für Wind­rä­der. So sol­len die Ver­brau­cher geschützt wer­den und Irri­ta­tio­nen ver­mie­den wer­den. Der Atom­in­dus­trie passt die­ses Urteil natür­lich wie erwar­tet nicht und die Beru­fung ist bereits ein­ge­legt.

Dabei woll­te der Wind­kraft­an­la­gen­her­stel­ler Ener­con doch eigent­lich gar nicht für den Atom­strom wer­ben, son­dern ledig­lich dar­auf hin­wei­sen, dass eine Mischung aus bei­den Ener­gie­quel­len für einen güns­ti­gen Strom sor­gen kann. Eine Täu­schung und ein Plus für den Atom­strom habe man damit nicht bewusst impli­ziert. Noch ist das Urteil in die­sem Fall nicht rechts­kräf­tig, denn noch steht die Beru­fung an. Aller­dings bleibt frag­lich, ob die­se auch wirk­lich zum Erfolg füh­ren wird oder ob das Unter­neh­men sei­ne nächs­te Wer­be­stra­te­gie bes­ser stär­ker über­den­ken soll­te. Viel­leicht ist die­se Art der nega­ti­ven Schlag­zei­len aber auch fast medi­en­wirk­sa­mer, als eigent­lich beab­sich­tigt war?