Unerwartet schneller Anstieg der Ökostromkosten

Bereits Ende Juli rutschte das Verrechnungsskonto für die Erneuerbaren Energien auf ein Minus von 1,15 Milliarden Euro. Das bedeutet, die vier großen Netzbetreiber haben deutlich mehr Geld für Ökostrom zahlen müssen, als von den Endkunden selbst eingenommen werden konnte.

Eigent­lich war das Sys­tem so gedacht, dass jeder der gro­ßen Über­tra­gungs­netz­be­trei­ber die Gewin­ne aus der EEG Umla­ge dar­auf ver­wen­den darf, sei­ne Aus­ga­ben für Öko­strom zu decken. Die Zah­len bewei­sen, dass die­ses Vor­ha­ben gründ­lich schief gegan­gen ist. Der­zeit müs­sen so gut wie alle Strom­ver­brau­cher in Deutsch­land die EEG Umla­ge bezah­len, und die­se wird über die Strom­rech­nung ganz nor­mal abge­rech­net. Pro Kilo­watt­stun­de Strom kom­men so 3,6 Cent zusam­men.

Ein­zi­ge Aus­nah­me von die­ser Rege­lung sind die gro­ßen Indus­trie­un­ter­neh­men, denn die kön­nen sich von die­ser Zah­lung befrei­en las­sen. Gin­ge die Rech­nung auf, so müss­te am Ende des Ver­trags-Jah­res genau­so viel ein­ge­nom­men wor­den sein, wie aus­ge­ge­ben wor­den sein. Die aktu­el­len Zah­len bele­gen, dass dies wohl ein Wunsch­traum blei­ben wird. Schon im letz­ten Jahr lag das Kon­to mit 27 Mil­lio­nen Euro im Minus. Das sind natür­lich Pea­nuts gegen­über dem jet­zi­gen Kon­to­stand. Bleibt abzu­war­ten, wie sich der Kon­to­stand wei­ter­ent­wi­ckeln wird und wel­che Schlüs­se für die Ent­wick­lung neu­er Anla­gen dar­aus gezo­gen wer­den kön­nen. Viel­leicht muss so das eine oder ande­re Pro­jekt zunächst ein­ge­stan­den wer­den und spa­ren ist ange­sagt.